Enteignung der Sparer geht auch in Zukunft weiter

1024 576 Herbert Nachbargauer

Den meisten Österreichern ist bekannt, dass sie mit traditionellen Sparformen wie beispielsweise dem Sparbuch Geld verlieren. Mit mehr Zinsen, die auch noch die Inflation abgelten, darf man in den nächsten Jahren nicht rechnen. Trotzdem setzen die Österreich auf diese Anlageprodukte.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigt, dass 78 Prozent der Österreicher wissen, dass man mit dem Sparbuch Geld versenkt. Das scheint sie jedoch wenig zu kümmern. 70 Prozent gaben an, ein Sparbuch zu besitzen. Damit war das Sparbuch unter 14 abgefragten Anlageprodukten das mit Abstand beliebteste.
 
Interessant ist auch der Zuwachs bei jenen, die auf Bargeld als Notvorsorge setzen. Waren es vor einem Jahr noch 29 Prozent, sorgen auf diese Weise bereits 41 Prozent vor. Der Anteil der Wertpapierbesitzer ist von 20 auf 27 Prozent gestiegen, jener der
 Gold- und Silber-Besitzer von zwölf auf 18 Prozent. Und hatten im Vorjahr noch sechs Prozent angegeben, überhaupt kein Vorsorgeprodukte zu besitzen, so waren es diesmal drei Prozent. Dass die Zinsen in nächster Zeit stark steigen werden, halten Experten indes für unwahrscheinlich, insbesondere in Europa. Grund ist der niedrige Leitzins, mit dem die Notenbanken die schleichende Enteignung der Sparer ermöglichen, um  die Staaten zu deren Ungunsten zu entlastet.


Andere Wege zum Schuldenabbau sind laut Ökonomen versperrt: Ein hohes Wirtschaftswachstum wäre der beste Weg, ist aber aufgrund der demografischen Situation (die Bevölkerung altert und wächst nicht mehr) unwahrscheinlich. Für einen verschärften Sparkurs ist die politische Bereitschaft nicht mehr vorhanden. Und ein hoher Inflationsschub ist in Europa angesichts der demografischen Situation und der Globalisierung auch unwahrscheinlich. Allenfalls kämen Schuldenschnitte infrage. Die am leichtesten durchzusetzende Möglichkeit ist also, die Sparer indirekt zur Kasse zu bitten.
 
Sparen und Vorsorgen wird daher auch in Zukunft nur mit Produkten jenseits klassischer Anlageformen funktionieren, wie beispielsweise steueroptimierte Bauherrenmodelle oder Vorsorgewohnungen.