Nullzinspolitik geht weiter

1024 576 Wolfgang Stabauer

Aufgrund der aktuellen Politik der Zentralbanken werden uns die Nullzinsen erhalten bleiben. Sparbücher oder Bausparer machen auch in nächster Zeit keinen Sinn mehr.

Die sehr lockere Geldpolitik hat sechs Jahre nach der Finanzkrise die Sparer endgültig geopfert. Die Zinsen für klassische Sparprodukte sind verschwunden. Berücksichtigt man die durchschnittlichen Inflationsraten verliert der Sparer Geld.

Inzwischen sind die Methoden und Instrumente der Zentralbanken ausgeschöpft. Viele erfahrene Banker fragen sich mittlerweile auch wie es weitergehen soll, zumal es beinahe unmöglich ist abzuschätzen, welche unbeabsichtigten Folgen die Niedrigzinspolitik haben wird, da es diesbezüglich keine Praxiserfahrungen gibt. Bei einer kürzlich in Wien stattgefunden Tagung von Zentralbank-Vertretern war – wie man hört – die Ratlosigkeit deutlich spürbar.

Als mit dem Gelddrucken im Zuge der Finanzkrise begonnen wurde, ist dies mit größter Begeisterung von den Märkten aufgenommen worden. Inzwischen ist das Interesse der Märkte für die geldpolitischen Lockerungen aber abgeflaut. Neben den Börsen profitierten vor allem die Staaten vom extrem billigen Geld. Länder werden fürs Schuldenmachen sogar bezahlt. Damit entsteht aber ein Teufelskreis, da der Einfluss der Währungshüter auf die Politik immer größer wird und sie damit gleichzeitig an Unabhängigkeit einbüssen.

Mittlerweile nimmt aber die Wirkung der Maßnahmen ab, denn jede weitere Billion bringt weniger. Daher sind neue Ideen gefragt. Eine davon wäre die Abschaffung des Bargeldes, denn dann können die Sparer nicht mehr vor Negativzinsen flüchten. Bisherige Diskussionen darüber werden als hypothetisch abgetan. Die Frage ist wie lange?

Aus heutiger Sicht ist zu vermuten, dass die Zinsen noch über Jahre niedrig bleiben. Erst wenn die Möglichkeiten der lockeren Geldpolitik völlig ausgereizt sind, wird abgerechnet. Dann stellt sich heraus, wer die Krise überstanden hat und wer nicht. Für die Sparer ist bis dahin weiter „sauere Gurkenzeit“. Es bleibt nur mehr der Weg in alternative Investments, wie beispielsweise Immobilienbeteiligungen mit grundbücherlicher Absicherung.