Wesentliche Inhalte der ÖNORM für „Betreutes Wohnen“

1024 576 Walter Eichinger

Die ÖNORM für „Betreutes Wohnen“ regelt 5 Anforderungskomplexe wie die Transparenz und Informationstätigkeit, Standards für die Dienstleistungen, bauliche Anforderungen an das Wohnen, Vertragsgestaltung sowie Qualitätssicherung.

Die ÖNORM differenziert zwischen obligatorischen Grund- und Wahlleistungen, wobei bei den Grundleistungen wie Betreuung, Alamierungs- und Notrufsystem der Träger zuständig ist. Die Wahlleistungen sind fakultativ und müssen aufgelistet werden. Darunter fallen beispielsweise hauswirtschaftliche Hilfe, pflegerische Hilfe, Hol- und Bringdienste aber auch Leistungen im Krankheitsfall.

Weiters werden in der ÖNORM auch die qualitativen und quantitativen Anfordernungen an das Perosnal geregelt. Der Dienstleisungskoordinator muss auf Basis einer vertraglichen Vereinbarung arbeiten: Dies gilt sowohl für Angestellte, Selbstständige als auch für Unternehmen. Für 100 Wohneinheiten ist je eine Vollzeitstelle vorgesehen, mindestens muss die Betreuungsperson für eine Wohneinheit jedoch 20 Minuten pro Woche tätig sein.

Seniorengerechte Infrastruktur

Laut der Norm ist vor allem die Lage der betreuten Wohnanlage maßgeblich. Die Verfügbarkeit von Dienstleistungen, Erreichbarkeit der Nahversorgung und eine zentrale Lage anstatt einer peripheren Lage müssen gewährleistet sein.

Qualitätsanforderungen an die Wohnungen

Die Qualität der Wohnungen definiert sich durch einen eigens abgetrennten Kochbereich, den getrennten Schlaf- und Wohnbereich sowie einer barrierefreien Ausführung gemäß den Richtlinien. Gemeinschaftseinrichtungen für die Senioren sind ein Muss. Ebenso sind die Hausbetreuungsleistungen, wie Reinigung und Instandhaltung der Allgemeinflächen sowie der Außenanlagen, sicherzustellen.

Gewährleistung der Qualitätssicherung

Im Bereich der Qualitätssicherung müssen Bewohner in der Lage sein Rückmeldungen im Zuge eines Beschwerdemanagements abgeben zu können. Die daraus abgeleitenden Maßnahmen müssen durch den Träger dokumentiert werden und innerhalb 4 Wochen den Bewohnern durch eine mündliche oder  schriftliche Stellungnahme mit einem Lösungsvorschal übermittelt werden.

Eine aktive Beteiligung der Bewohner soll entweder individuell oder mittels eines jährlich stattfindenden Gremiums, bei dem Representanten der Bewohner, des Trägers und des Dienstleisters anwesend sind, erfolgen.

Im Zweijährigen Abstand ist außerdem eine Befragung der Bewohner erforderlich. Ein internes Audit dient ebenfalls zur Qualitätssicherung.